Ab in den Süden

In Estelí haben wir entschieden, dass wir uns aufmachen, den Süden Nicaraguas zu erkunden. Somit wurde das Surfermekka San Juan del Sur unser nächstes Ziel. Einige Busstunden später begrüsste uns das kleine Örtchen mit schönem Wetter aber ziemlich starkem Wind. Bei Temperaturen um 30° Celsius eine nette Sache.

San Juan del Sur ist zwar ziemlich touristisch, aber die grossen Hotels sind noch nicht errichtet. Alles kleinere Hotels, Restaurants und Läden. Viele Gringos haben hier Geschäfte was das Essen vielfältig macht.

Die Stadt selber hat aber historisch gesehen einen viel wichtigeren Stellenwert, als dies heute zu erkennen ist. Um 1850 war San Juan del Sur der Ort wo ca. 80’000 Leute, dem Goldrausch in California verfallen, das Schiff nach San Francisco bestiegen. Dies waren aber nicht etwa Latinos sonder die meisten waren Amerikaner von der Ostküste. Der Grund dafür war, dass zu dieser Zeit noch keine Eisenbahnlinie von der Ostküste an die Westküste der USA bestand. So fuhren die Dampfschiffe von New York der Küste entlang nach Süden und den Rio San Juan hoch. Das Ziel war der Lago Nicaragua. vom Seeufer bis zur Küste waren es bloss 18 Kilometer. Diese wurden mit Eseln und Pferden überwundent. Alles in allem viel einfacher, als mit Pferdewagen tausende von Kilometern durch die USA zu reisen. Von dieser Zeit ist hier aber nichts mehr zu sehen. Unser Hotel ist so etwa das älteste Gebäude im Ort. 1929 erbaut, befand es sich zu dieser Zeit direkt an den Geleisen beim Bahnhof. Weder Geleise noch Bahnhof sind noch vorhanden.

Wir geniessen den Strand und beobachten die Surfer. Nachmittags gibts einen Kaffee und ein gemütliches Kartenspiel im Schatten. Gutes Essen ist hier auch nie weit. Die Tage vergehen und unsere Abreise naht. wir werden uns auf der Insel Ometepe umschauen. Dies ist der erste Ort auf diesem Trip, welchen wir schon vor 8 Jahren bereist haben.