Wir sind etwas nervös. Die Fähre, auf der wir uns befinden, wird uns auf Ometepe bringen. Die Insel im Lago de Nicaragua mit den zwei Vulkanen ist uns vor 8 Jahren ans Herz gewachsen. Es war eines unserer Highlights auf der damaligen Reise. Fast keinen Tourismus, ursprünglich und abgelegen. Das Richtige zum entspannen. Doch wie wird es jetzt aussehen? Werden wir schockiert sein? Erfreut? Erstaunt? Bis jetzt sind wir einfach etwas nervös. Die Fähre, auf der wir der Insel entgegen tuckern, gab es letztes mal nicht. Nur ein Holzkahn. Wir mussten Schwimmwesten tragen. Somit ist uns die Fähre ganz recht.
Nach einer Stunde legt die Fähre auf Ometepe an. Das Hafendörfchen hat etwas an Gebäuden zugenommen. Es sind Restaurants dazu gekommen und es gibt jetzt so was wie eine offizielle Bushaltestelle. Eine Bank hat ebenfalls ihren Betrieb aufgenommen. Aber alles in allem ist es nicht ein unangenehmer Anblick. Es ist aufgeräumter und das ist ja nicht schlecht.
Wir nehmen den Bus nach Merida. Wenn wir schon zurückkommen um zu schauen wie sich alles verändert hat dann richtig. Wir möchten im gleichen Hostel hausen wie vor 8 Jahren. Die Busfahrt ist angenehmer als das letzte Mal. Und man kann jetzt sogar bis Merida fahren. Die Strassen sind sogar geteert, bis auf das letzte Stück, aber der Busfahrer managed die Erdstrasse mit Bravour. Nach 2.5 Stunden erreichen wir Merida. Wir finden den Weg zum Hostel und sind gespannt wie es dort aussehen wird. Das Hauptgebäude steht noch und es kam ein weiteres dazu. Das Ambiente ist noch genauso gemütlich wie vor 8 Jahren. Unsere Sorge war also total vergebens. Wir sind froh.
Nach einer erholsamen Nacht, machen wir uns am nächsten Tag auf um einen Wasserfall zu sehen. 4 Stunden Hiking. Genau richtig. Die Leute auf der Insel sind alle sehr freundlich. So kommt es, dass uns ein Pickup eine Stück weit mitnimmt. Wir freuen uns darüber, da es richtig heiss ist und das erste Drittel der Strecke der Dirtroad folgt. Wir haben auch unser Badezeug dabei, da wir hörten, dass man ein erfrischendes Bad unter dem Wasserfall nehmen kann. Der Aufstieg ist nicht ganz ohne. Es ist sehr heiss und feucht. Und da der Wasserfall am Vulkan liegt, wird es immer steiler je näher wir dem geplätscher kommen. Unsere Kleider sind mit Schweiss durchtränkt und wir freuen uns riesig auf das kühle Nass am Ziel.
20 Meter unter dem Wasserfall beginnt es plötzlich zu tröpfeln und genau als wir den Pool erreichen schüttet es wie aus Kübeln. Es will gar nicht mehr aufhören. Wir sind klitschnass. Es giesst und giesst UNGLAUBLICH. Und ich hab mich so auf das Bad gefreut! So hab ich das mit dem kühlen Nass nicht gemeint. Nach ca. 10 Minuten und einem Foto steigen wir wieder ab. Nach weiteren 30 Minuten ist der Regen vorbei und dank dem Wind und der warmen Luft sind wir wieder vollkommen trocken als wir den Fuss des Vulkans erreichen. Was für ein Ausflug!