Eine erfreuliche Veränderung

Nicaragua hat noch viele Probleme und es wären noch einige Veränderungen erstrebenswert. Jedoch möchten wir mit diesem Eintrag auf eine erfreuliche Wendung hinweisen. Das Recht der Frau. Als wir vor fast 3 Wochen auf dem Flughafen von Managua gelandet sind und per Taxi durch die halbe Stadt zum Busbahnhof tuckerten, ist uns etwas aufgefallen. Viele der jungen Frauen sind noch nicht schwanger oder Mutter. Keine dicken Bäuche, keine Kinder an der Hand. Noch vor 8 Jahren war es das Gegenteil. Schon 15 jährige Mädchen hochschwanger. Und das war nicht die Ausnahme sondern die Regel.

Als wir am Busbahnhof ins Collectivo wechselten, dachten wir noch an einen Zufall. Doch auch in León gibt es viele selbstbewusste Frauen, die die Möglichkeit haben ihre Familienplanung etwas nach hinten zu schieben. Doch nicht nur das, wir staunten auch nicht schlecht, als wir Polizistinnen antreffen.

Als wir in Matagalpa mit einem Guide unterwegs sind, brennt uns natürlich die Frage auf der Zunge. Ist es nur unser Eindruck oder scheint die Frau mehr Rechte in der Gesellschaft zu haben als noch vor 8 Jahren? Tatsächlich bestätigt uns Marlon unsere Theorie. Durch viel Aufklärung verschiedener Hilfswerke aber auch verschiedene Gesetzesänderungen des Staats hat es die Frau in Nicaragua heute leichter. Sie findet Jobs auch wenn sie nicht verheiratet ist, hat mehr Rechte bei einer Scheidung und ist sogar in der Politik integriert. Diese Jahr tritt ein Gesetz in Kraft, welches vorschreibt, wenn ein Gouverneur männlich ist, muss der Vice-Gouverneur weiblich sein und umgekehrt.

Natürlich hilft auch das Internet, gewisse Gedankengänge zu verändern. Heute ist es vielen möglich auf irgend eine Art im World Wide Web zu surfen. Und dies bedeutet ein Fenster zur Welt. Man sieht wie es in anderen Ländern läuft und was für andere Lebensarten es noch gibt. Auch glauben wir, dass die Kirche an Macht verloren hat. Dies ist aber bloss eine Annahme.
Uns ist bewusst, dass noch nicht im ganzen Land die Situation so aufgeschlossen ist wie in den urbanen Orten. Aber die Richtung der Entwicklung ist erfreulich.