Ein Tag am Meer und Vulkane von unten

Langsam aber sicher sind wir wieder im Latino-Groove. Wir sind immer noch in Leon und haben uns ein bisschen dem Umland gewidmet. Als erstes schliessen wir uns einer Tour auf den Vulkan Telica an. Vor Jahren versuchten wir auf der Isla de Ometepe den Vulkan Maderas ohne Guide (war vor 8 Jahren leider kein Guide vor Ort) zu besteigen. Dabei haben wir uns ziemlich verirrt und zu guter Letzt auf dem Vulkan den Krater vor lauter Nebel nicht gefunden. Mit dieser Erinnerung im Gepäck ist uns eine geführte Tour mehr als willkommen. Die Ausgangslage ist interessant: Der Guide ist eine freundliche Dame aus England, die doch schon 3 Wochen in Nicaragua verweilt. Unsere schmucke Truppe hat sich entschieden, mehrere Stunden in gleissender Sonne auf einen aktiven Vulkan zu steigen und der Fussmarsch zum Busterminal führt uns erstmal durch alle Bereiche des lokalen Marktes. So sind wir auch standesgemäss bei den kleinkriminellen Taschendieb-Kartellen angemeldet.

Nach 30 Minuten Busfahrt steigen wir voller Tatendrang aus und marschieren erstmals ein ausgetrocknetes Flussbett hoch. Die 4 Liter Wasser, welche wir pro Person mitnahmen, schwinden im Nu. Bei einer kleinen Pause meint unser Guide, sie wolle nur kurz nachschauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg seien. Ihr komme dieser Weg nicht bekannt vor. 10 Minuten später wird klar, dass wir uns nicht auf dem Weg zum Vulkan befinden. Dass der gewählte Weg nicht zum Vulkan führt, wird uns von einem Stacheldraht und von undurchdringbarem Dickicht nochmals gegenbestätigt. Beim Versuch den richtigen Pfad zu finden haben wir die ersten Verluste zu verzeichnen. Eine Junge Dame unserer Gruppe verknackst sich den Fuss.

Stand der Lage unserer kleinen Expedition: Wir sind 3 Stunden in praller Sonne den falschen Weg hochgelaufen. Beim Versuch diesen Fehler auszumerzen verstaucht sich eine Teilnehmerin den Fuss. Zeit bis zum eindunkeln: 50 Minuten. Der Realist in mir sieht einen erfolgreichen Ausgang der Mission schwinden. So ist dann nach weiteren 10 Minuten schönreden allen klar, dass wir dem Vulkan heute nicht mehr Meister werden. Schon gar nicht bei Tageslicht. Die Rückkehr gestaltet sich eher gemütlich, da das Tempo durch den verknacksten Fuss vorgegeben wird. Den Sonnenuntergang geniessen wir trotzdem und der Vulkan wirkt auch von unten durch die Büsche gesehen eindrucksvoll.

Gezeichnet von der Hitze und dem scheitern am Vulkan machen wir uns nächstentags auf zum Strand. Ziel hierbei: am Strand ankommen (ohne Guide) und ohne verknacksten Fuss wieder zurück. Um es vorneweg zunehmen, Mission completed!

Die Fahrt zum Strand, wir haben uns für Las Penitas entschieden, ist mustergültig. Alles was zu einer Chickenbus-Fahrt dazugehört ist am Start. Nach gut einer Stunde, der angeblich 30 minütigen Fahrt, haben wir das Ziel erreicht. Wir suchen uns ein Ort für unsere Sachen und eine Dusche, welche wir nach dem Baden nutzen können. Beides bietet uns das kleine Hostel Oasis. Dazu noch kalte Getränke und etwas zu essen. Direkter Zugang zum Strand und ein schatiges Plätzchen zum verweilen rundete das Angebot ab. Das Meer ist zwar warm, wohl so 27 Grad, aber doch eine Erfrischung. Die starke Strömung ist eindrücklich. Einmal im Wasser konnten wir unentwegt in eine Richtung waten und befanden uns doch immer an der selben Stelle. Kleinkinder und Betrunkene sollten hier nicht unbeaufsichtigt ins Wasser.

Die Rückfahrt ist weniger Aufregend, dafür aber durch Unterhaltung einer Gruppe Einheimischer gewürzt. Ziemlich amüsant. Nach dieser Erholung werden wir uns auf den Weg in die Highlands machen. Etwas Abkühlung gönnen und uns Dingen wie Kaffee, Kakao und Tabak widmen.

Hier ein paar Eindrücke...