Wo der Kakao wächst

Von der Hitze geht es ins kühle Hochland von Nicaragua. Ein fruchtbares Gebiet – Nahrungslieferant des Landes so zu sagen. Hier werden Früchte, Gemüse, Mais, Tabak, Kaffee und Kakao angebaut und in alle Teile von Nicaragua gehandelt. Den ersten Stop machen wir in Matagalpa. Bekannt für den Kakao und die daraus gefertigte Schokolade.

Die Stadt selber ist übersichtlich und geschäftig. Auf dem grossen Markt, in dem auch der Busterminal integriert ist, werden die geernteten Waren bewertet, gehandelt, verpackt und auf Busse geladen. Man kann dem Treiben Stunden lang zuschauen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Wir entscheiden uns eine Tour durch die Stadt und eine kleine Schokoladenfabrik zu machen. Die "Fabrik" die wir anschauen ist wirklich sehr klein. Es sind 3 Frauen angestellt die jeden Schritt der Produktion selber durchführen können. Viel wird hier noch von Hand gemacht. Die hier verwendeten Kakaobohnen, so wird uns erklärt, sind aus biologischem Anbau. Der Betrieb wirkt sehr Familiär. Es ist auch die älteste Schokoladenfabrik von Nicaragua. Ein Holländer gründete sie 2005. Eigentlich wollte er Pilze anbauen, woran er jedoch scheiterte. So entschied er sich für Schokolade. Eine schlaue Wahl in einem Gebiet dass bekannt ist für Kakao-Anbau. Erstaunlich, dass nicht schon vorher jemand auf diese Idee gekommen ist.

Der Betrieb nennt sich El Castillo del Cacao. Es werden täglich bis 800 Schokoladentafeln produziert. Das heisst im Ofen getrocknet, von Hand aufgebrochen, per Maschine die Schale vom Kern getrennt, geschmolzen, in Gussformen gefüllt, gekühlt und von Hand verpackt. Sie produzieren ca. 6 Arten von Schokolade. Es werden je nach Art Zucker, Rum, Nüsse oder Kaffeestücke beigefügt.

Unser Guide für die Tour erklärt uns alles sehr genau. Wir geniessen seine Anwesenheit, da er uns auch viel über das Leben und die Kultur hier im Hochland erzählen kann. Wir vergleichen den Alltag hier mit dem in Europa, reden über Politik, trinken guten Kaffee und schmunzeln über SMS schreibende Jugendliche in der Kirche. Er erklärt uns, dass die Kathedrale einmal im Jahr weiss gestrichen werden muss und dass viele junge Leute hier nicht mehr sofort heiraten sondern erst ein paar Jahre zusammen leben bevor sie sich das Ja-Wort geben. Sie nennen das "The European Way". Ein absolut interessanter Vormittag geht mit einem Café Frio con Caramel zu Ende.

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