Ab in den Süden

In Estelí haben wir entschieden, dass wir uns aufmachen, den Süden Nicaraguas zu erkunden. Somit wurde das Surfermekka San Juan del Sur unser nächstes Ziel. Einige Busstunden später begrüsste uns das kleine Örtchen mit schönem Wetter aber ziemlich starkem Wind. Bei Temperaturen um 30° Celsius eine nette Sache.

San Juan del Sur ist zwar ziemlich touristisch, aber die grossen Hotels sind noch nicht errichtet. Alles kleinere Hotels, Restaurants und Läden. Viele Gringos haben hier Geschäfte was das Essen vielfältig macht.

Die Stadt selber hat aber historisch gesehen einen viel wichtigeren Stellenwert, als dies heute zu erkennen ist. Um 1850 war San Juan del Sur der Ort wo ca. 80’000 Leute, dem Goldrausch in California verfallen, das Schiff nach San Francisco bestiegen. Dies waren aber nicht etwa Latinos sonder die meisten waren Amerikaner von der Ostküste. Der Grund dafür war, dass zu dieser Zeit noch keine Eisenbahnlinie von der Ostküste an die Westküste der USA bestand. So fuhren die Dampfschiffe von New York der Küste entlang nach Süden und den Rio San Juan hoch. Das Ziel war der Lago Nicaragua. vom Seeufer bis zur Küste waren es bloss 18 Kilometer. Diese wurden mit Eseln und Pferden überwundent. Alles in allem viel einfacher, als mit Pferdewagen tausende von Kilometern durch die USA zu reisen. Von dieser Zeit ist hier aber nichts mehr zu sehen. Unser Hotel ist so etwa das älteste Gebäude im Ort. 1929 erbaut, befand es sich zu dieser Zeit direkt an den Geleisen beim Bahnhof. Weder Geleise noch Bahnhof sind noch vorhanden.

Wir geniessen den Strand und beobachten die Surfer. Nachmittags gibts einen Kaffee und ein gemütliches Kartenspiel im Schatten. Gutes Essen ist hier auch nie weit. Die Tage vergehen und unsere Abreise naht. wir werden uns auf der Insel Ometepe umschauen. Dies ist der erste Ort auf diesem Trip, welchen wir schon vor 8 Jahren bereist haben.

Estelí, das Zentrum im Norden

Nach unserem Abstecher nach Matagalpa sind wir nun in Estelí. Wohlstand macht sich hier bereits stark bemerkbar. Die Stadt gilt als Handelszentrum im Norden des Landes. Direkt an der Panamericana gelegen, mischt hier so manch einer beim Handel mit dem nördlichen Nachbarn Honduras mit. Das Klima trägt ebenfalls dazu bei, dass nicht nur Einheimische sondern auch Leute aus der ganzen westlichen Hemisphäre sich hier zur Ruhe setzen. Trotz dem regen Handel ist die Stadt ruhig. Kein Lärm, aber auch keine Hektik.

Eigentlich sollte Estelí unser Stopp vor dem Grenzübergang zu Honduras werden. Nun sind wir aber schon 3 Tage hier, geniessen das Klima und wissen momentan nicht so recht, ob wir die langen Busfahrten nach Honduras überhaupt antreten sollen. Da unser Zeitplan ziemlich straff ist, spielen wir mit dem Gedanken die sieben oder acht Tage, welche wir nun noch für Honduras übrig hätten, besser in Nicaragua verbringen. Alleine die Busfahrten würden schon zwei oder drei Tage füllen. Entschieden ist noch nichts. Aber die Karten für Nicaragua stehen gut.

einige Eindrücke

Lauter bunte Hunde

Wenn wir durch fremde Länder reisen, fallen wir meist dadurch auf, dass einer von uns rote Haare hat. Meine Haarfarbe ist weder in Lateinamerika noch in Asien sehr verbreitet. Der Status des bunten Hundes ist mir so gut wie sicher.

Nichts ahnend reisen wir nun ins Hochland von Nicaragua und sehen in Matagalpa plötzlich eine einheimische Familie mit zwei Kindern. Beide haben rote Haare und helle Haut. Was für ein Zufall denken wir uns. Noch nicht im Guesthouse angekommen, spaziert ein rothaariges Mädchen an uns vorbei. Seltsam. Da wir vor acht Jahren NICHT durch diese Gegend gereist sind, können wir uns gewisse Theorien ersparen.

Dies ist Grund genug, uns mal ein bisschen schlau zu machen. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen deutsche Einwanderer nach Matagalpa. Nebst dem Gold, welches einige Jahre zuvor in der Region um Matagalpa einen kleinen Goldrausch ausgelöst hatte, kamen um 1850 die Migranten vor allem auch, um Kaffee anzupflanzen. So wurde Nicaragua bereits vor über 150 Jahren zum Kaffeelieferanten der Europäer. Viele, der damals zugewanderten Europäer, haben sich hier in Matagalpa niedergelassen. Über Generationen hinweg haben sich die Europäer und die Einheimischen so durchmischt, dass es in Matagalpa nicht nur überdurchschnittlich viele rothaarige gibt, sondern auch schwarzhaarige, eher dunkelhäutige Einheimische mit stahlblauen Augen. So sehen wir uns plötzlich umgeben von lauter bunten Hunden. Unser Sonderstatus ist für einige Tage suspendiert.

Wo der Kakao wächst

Von der Hitze geht es ins kühle Hochland von Nicaragua. Ein fruchtbares Gebiet – Nahrungslieferant des Landes so zu sagen. Hier werden Früchte, Gemüse, Mais, Tabak, Kaffee und Kakao angebaut und in alle Teile von Nicaragua gehandelt. Den ersten Stop machen wir in Matagalpa. Bekannt für den Kakao und die daraus gefertigte Schokolade.

Die Stadt selber ist übersichtlich und geschäftig. Auf dem grossen Markt, in dem auch der Busterminal integriert ist, werden die geernteten Waren bewertet, gehandelt, verpackt und auf Busse geladen. Man kann dem Treiben Stunden lang zuschauen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Wir entscheiden uns eine Tour durch die Stadt und eine kleine Schokoladenfabrik zu machen. Die "Fabrik" die wir anschauen ist wirklich sehr klein. Es sind 3 Frauen angestellt die jeden Schritt der Produktion selber durchführen können. Viel wird hier noch von Hand gemacht. Die hier verwendeten Kakaobohnen, so wird uns erklärt, sind aus biologischem Anbau. Der Betrieb wirkt sehr Familiär. Es ist auch die älteste Schokoladenfabrik von Nicaragua. Ein Holländer gründete sie 2005. Eigentlich wollte er Pilze anbauen, woran er jedoch scheiterte. So entschied er sich für Schokolade. Eine schlaue Wahl in einem Gebiet dass bekannt ist für Kakao-Anbau. Erstaunlich, dass nicht schon vorher jemand auf diese Idee gekommen ist.

Der Betrieb nennt sich El Castillo del Cacao. Es werden täglich bis 800 Schokoladentafeln produziert. Das heisst im Ofen getrocknet, von Hand aufgebrochen, per Maschine die Schale vom Kern getrennt, geschmolzen, in Gussformen gefüllt, gekühlt und von Hand verpackt. Sie produzieren ca. 6 Arten von Schokolade. Es werden je nach Art Zucker, Rum, Nüsse oder Kaffeestücke beigefügt.

Unser Guide für die Tour erklärt uns alles sehr genau. Wir geniessen seine Anwesenheit, da er uns auch viel über das Leben und die Kultur hier im Hochland erzählen kann. Wir vergleichen den Alltag hier mit dem in Europa, reden über Politik, trinken guten Kaffee und schmunzeln über SMS schreibende Jugendliche in der Kirche. Er erklärt uns, dass die Kathedrale einmal im Jahr weiss gestrichen werden muss und dass viele junge Leute hier nicht mehr sofort heiraten sondern erst ein paar Jahre zusammen leben bevor sie sich das Ja-Wort geben. Sie nennen das "The European Way". Ein absolut interessanter Vormittag geht mit einem Café Frio con Caramel zu Ende.

> zur Galerie

Eine neue Art zu Reisen

Das wir zu den "alten" Reisenden gehören, stellten wir schon oft fest. Nicht nur, weil uns gewisse Hostelgäste "Nicaragua-Veterane" nennen sobald sie erfahren, dass wir schon vor 8 Jahren durch dieses wunderschöne Land tingelten sondern auch weil wir oft die Schäfchen zählen gehen wenn die Jungen sich bereit machen um die Nacht durchzufeiern. Was wir aber erst jetzt richtig realisierten, wir gehören auch zu den Oldschool-Reisenden.
Viele reisen Heute nicht mehr nur mit Reiseführer, sondern nutzen auch Tripadvisor und ähnliche Websites. Eine gute Möglichkeit um Hostels zu finden oder Bewertungen über Touren und Restaurants nachzulesen. Das Internet und Seiten wie Tripadvisor machen es auch einfach, Hostels zu reservieren. Dies wird auch rege genutzt. So kommt es vor, dass man als Oldschool-Reisender plötzlich keine freien Betten mehr findet. Unsere Art zu reisen war bis jetzt immer, dass wir vor Ort ein Hostel oder Guesthouse suchten. Der Vorteil ist, du kannst die Zimmer anschauen und beurteilen ob der Preis, der verlangt wird, auch wirklich gerechtfertigt ist. Ob die Leute freundlich und vertrauenswürdig sind. Gibt es in den Zimmern Locker und ist es möglich das Zimmer mit eigenem Schloss abzuschliessen? Wie sieht das Bad aus? Wie sehen die Dorms aus? Wie sieht die Küche aus? All das ist für uns schwierig anhand eines Fotos oder einer Kritik zu beurteilen. Geschweige denn der Geruch. Ein Foto zeigt uns wie etwas aussieht, aber nicht wie es riecht.
Viele scheint das nicht zu stören. Das Zimmer wird übers Internet gebucht, der Preis ist fix. Wir fragen uns, was geschieht, wenn einem das Zimmer nicht gefällt. Man hat es ja gebucht. Zahlt man dann einfach den Preis und sucht sich was neues? Zahlt man die Hälfte des Preises? Für uns scheint es unangenehmer einem Hostelbesitzer zu erklären, dass man das reservierte Zimmer nun doch nicht möchte als eine Absage gleich nach Besichtigung der Räumlichkeiten. So hat man die Möglichkeit zu erklären, dass man noch weitere Hostels ansehen möchte, einfach weil man das immer so macht.
Natürlich hat auch die Reservation Vorteile. Das Zimmer hat man (fast) immer auf sicher. Es ist einfach ein neuer Weg zu Reisen. Daran muss man sich zuerst etwas gewöhnen. Solange es möglich ist, werden wir der Oldschool-Variante den Vorrang geben. Trotz allem scheint uns dies der einfachere Weg. In nicht touristischen Gegenden ist es so oder so nie ein Problem ein Dach über dem Kopf zu finden. Ausserdem sind noch lange nicht alle Hostels auf dem Internet vertreten und wenn man in einem neuen Ort durch die Strassen streift auf der Suche nach einer Bleibe, findet man manchmal ganz spontan die schönsten Plätze.
Es soll noch erwähnt sein, dass es auch auf die Reisezeit an kommt. Über Weihnachten-Neujahr, Ostern usw. kann es schon von Vorteil sein etwas zu reservieren. Bis jetzt hatten wir über Festtage immer sehr viel Glück mit der Oldschool-Art, könnte aber auch mal nach Hinten los gehen. ;-)

Ein Tag am Meer und Vulkane von unten

Langsam aber sicher sind wir wieder im Latino-Groove. Wir sind immer noch in Leon und haben uns ein bisschen dem Umland gewidmet. Als erstes schliessen wir uns einer Tour auf den Vulkan Telica an. Vor Jahren versuchten wir auf der Isla de Ometepe den Vulkan Maderas ohne Guide (war vor 8 Jahren leider kein Guide vor Ort) zu besteigen. Dabei haben wir uns ziemlich verirrt und zu guter Letzt auf dem Vulkan den Krater vor lauter Nebel nicht gefunden. Mit dieser Erinnerung im Gepäck ist uns eine geführte Tour mehr als willkommen. Die Ausgangslage ist interessant: Der Guide ist eine freundliche Dame aus England, die doch schon 3 Wochen in Nicaragua verweilt. Unsere schmucke Truppe hat sich entschieden, mehrere Stunden in gleissender Sonne auf einen aktiven Vulkan zu steigen und der Fussmarsch zum Busterminal führt uns erstmal durch alle Bereiche des lokalen Marktes. So sind wir auch standesgemäss bei den kleinkriminellen Taschendieb-Kartellen angemeldet.

Nach 30 Minuten Busfahrt steigen wir voller Tatendrang aus und marschieren erstmals ein ausgetrocknetes Flussbett hoch. Die 4 Liter Wasser, welche wir pro Person mitnahmen, schwinden im Nu. Bei einer kleinen Pause meint unser Guide, sie wolle nur kurz nachschauen, ob wir noch auf dem richtigen Weg seien. Ihr komme dieser Weg nicht bekannt vor. 10 Minuten später wird klar, dass wir uns nicht auf dem Weg zum Vulkan befinden. Dass der gewählte Weg nicht zum Vulkan führt, wird uns von einem Stacheldraht und von undurchdringbarem Dickicht nochmals gegenbestätigt. Beim Versuch den richtigen Pfad zu finden haben wir die ersten Verluste zu verzeichnen. Eine Junge Dame unserer Gruppe verknackst sich den Fuss.

Stand der Lage unserer kleinen Expedition: Wir sind 3 Stunden in praller Sonne den falschen Weg hochgelaufen. Beim Versuch diesen Fehler auszumerzen verstaucht sich eine Teilnehmerin den Fuss. Zeit bis zum eindunkeln: 50 Minuten. Der Realist in mir sieht einen erfolgreichen Ausgang der Mission schwinden. So ist dann nach weiteren 10 Minuten schönreden allen klar, dass wir dem Vulkan heute nicht mehr Meister werden. Schon gar nicht bei Tageslicht. Die Rückkehr gestaltet sich eher gemütlich, da das Tempo durch den verknacksten Fuss vorgegeben wird. Den Sonnenuntergang geniessen wir trotzdem und der Vulkan wirkt auch von unten durch die Büsche gesehen eindrucksvoll.

Gezeichnet von der Hitze und dem scheitern am Vulkan machen wir uns nächstentags auf zum Strand. Ziel hierbei: am Strand ankommen (ohne Guide) und ohne verknacksten Fuss wieder zurück. Um es vorneweg zunehmen, Mission completed!

Die Fahrt zum Strand, wir haben uns für Las Penitas entschieden, ist mustergültig. Alles was zu einer Chickenbus-Fahrt dazugehört ist am Start. Nach gut einer Stunde, der angeblich 30 minütigen Fahrt, haben wir das Ziel erreicht. Wir suchen uns ein Ort für unsere Sachen und eine Dusche, welche wir nach dem Baden nutzen können. Beides bietet uns das kleine Hostel Oasis. Dazu noch kalte Getränke und etwas zu essen. Direkter Zugang zum Strand und ein schatiges Plätzchen zum verweilen rundete das Angebot ab. Das Meer ist zwar warm, wohl so 27 Grad, aber doch eine Erfrischung. Die starke Strömung ist eindrücklich. Einmal im Wasser konnten wir unentwegt in eine Richtung waten und befanden uns doch immer an der selben Stelle. Kleinkinder und Betrunkene sollten hier nicht unbeaufsichtigt ins Wasser.

Die Rückfahrt ist weniger Aufregend, dafür aber durch Unterhaltung einer Gruppe Einheimischer gewürzt. Ziemlich amüsant. Nach dieser Erholung werden wir uns auf den Weg in die Highlands machen. Etwas Abkühlung gönnen und uns Dingen wie Kaffee, Kakao und Tabak widmen.

Hier ein paar Eindrücke...

Chillaxen

Ein wichtiger Teil des Reisens ist das Chillaxen. Diese Beschäftigung braucht eine kleinere Vorbereitung. Wichtig ist, dass man alles dabei hat. Eine Flasche Wasser, ein Buch und das Reisetagebuch mit Stift. Hier können nach belieben Dinge hinzugefügt werden wie iPhone, Hörbuch, etwas zu knabbern oder eine Hostelkatze. Sobald die gewünschten Utensilien zusammengetragen sind kommt ein weiterer wichtiger Teil dazu. Das auswählen der Hängematte. Sie sollte nicht in der Mitte des Hostel-Patio hängen, aber auch nicht total ausserhalb. Warum? Zwischendurch möchte man einfach die Augen schliessen und etwas wegdösen, für das braucht man eine gewisse Ruhe. Jedoch ist es auch schön in ein spontanes Gespräch verwickelt zu werden und über die Welt zu philosophieren.

Also die Wahl der Hängematte ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sobald man entschieden hat welche Hammock es sein soll und die Dinge neben dran auf dem Boden oder Stuhl bereitgelegt hat, steht einem Tag Chillaxen nichts mehr im Weg. Das Ziel ist, sich nicht zu Bewegen und die Ruhe zu geniessen. Sozusagen dem Tag zuschauen, wie er an dir vorbei schlendert.

Wenn man zu zweit ist, kann man das ganze noch etwas perfektionieren. Man hat immer irgendwas vergessen. Um das gewünschte zu bekommen muss man nur warten bis der andere einen Druck auf der Blase verspürt und darum die geliebte Hängematte verlassen muss. Dieser Moment kann man für sich nutzen und ganz nebenbei fragen, ob derjenige noch was aus dem Rucksack für dich mitbringen könnte (oder aus der Küche etc.)
Das richtige Chillaxen soll geübt sein, denn wann seit ihr das letzte Mal einen Ganzen Tag nur rumgehängt?

> zur Galerie

Nicaragua - Ankommen in Latinamerika

Zum zweiten Mal werden wir nun Nicaragua bereisen. Uns nimmt es Wunder, was sich alles verändert hat in den acht Jahren. Mit den Flügen läuft alles super und so landen wir um 12 Uhr Mittags in Managua. Auch hier sind wir schnell durch den Zoll durch, nehmen unser Gepäck in Empfang und finden unseren Weg zum nächsten ATM. Da wir Granada schon letztes Mal gesehen haben, entscheiden wir uns nach Leon zu fahren. Mit dem Taxi gehts vom Flughafen zum Busterminal. Was uns auffällt, Managua ist extrem viel sauberer als bei unserem letzten Besuch. Alles scheint organisierter und aufgeräumter. Auch der Busterminal ist ūbersichtlich und schnell finden wir das richtige Colectivo, dass uns nach Leon bringen wird. Kein Gedränge, niemand versucht einem den Rucksack aus der Hand zu nehmen und es ist einiges ruhiger wie das letzte Mal als wir hier einen Bus nehmen wollten. Die Leute haben sich wohl etwas an den Tourismus gewöhnt.

Nach zwei Stunden kommen wir in Leon an. Es ist heiss und drückend. Die dunklen Regenwolken versprechen etwas Abkühlung und als wir das Colectivo verlassen spüren wir die ersten Regentropfen auf dem Gesicht. Ein angenehmes Gefühl. Wir entscheiden uns für ein Hostel und verstauen das Gepäck im Zimmer. Der Magen knurrt und so spazieren wir gleich los um etwas zu essen. Auch hier, die Stadt wirkt sauber. Wir fühlen uns wohl. Noch besser gehts uns als wir das standardmässige Comida corriente vor uns haben. In ganz Central Amerika wird dieses Menu serviert. Es trägt je nach Region einen anderen Namen und manchmal ist etwas mehr oder weniger auf dem Teller, das Grundkonzept ist jedoch überall gleich; Reis, Bohnen, Kartoffeln in irgend einer Form und Platanos. Dazu Ei, Huhn oder sonstiges Fleisch. Einfach köstlich!
Nach fast 30 Stunden wach sein, fallen uns um ca. 19.00 Uhr die Augen zu und wir gönnen uns etwas Schlaf.

Am nächsten Morgen wachen wir früh auf. Die kalte Dusche treibt uns die letzte Morgenmüdikeit aus dem Körper und wir sind ready für den Tag. Unsere Nase führt uns in eine Bäckerei wo wir zu Kaffee und Tee con leche Backwaren schlemmen. Toll den Tag so zu beginnen.

Gestärkt machen wir uns auf, die Stadt zu besichtigen. Es gibt ein paar sehr eindrückliche Kirchen in Leon und wir fragen uns, was wohl die Eingeborenen vor zwei bis dreihundert Jahren gedacht haben, als sie sahen was die Spanier da für monströse Bauten hinstellten. Leon war lange die Hauptstadt von Nicaragua. Als jedoch Granada Leon den Titel streitig machte, hatte man sich darauf geeinigt, dass man eine neue Hauptstadt gründen sollte die zwischen den beiden Städten liegt – Managua.
Wir streifen durch den Markt, sehen uns die Kirchen an und essen unser comida corriente. Der Reisemood ist zurück und wir geniessen es!

Wo wir Neujahr feiern werden wissen wir noch nicht genau. Es hat hier in Leon ein paar Möglichkeiten. Auf jeden Fall wünschen wir euch alles Gute und ein super Rutsch ins 2013

Einige Eindrücke...

On the road again

Ein Jahr nach unserer Rückkehr in die Schweiz gönnen wir uns einen kurzen Trip um zu verschnaufen. Es war in jeder Hinsicht ein anstrengendes Jahr. Auch ist unsere Angewöhnung an die schweizer Kultur noch nicht ganz abgeschlossen. Währen den Monaten, in denen wir uns bemühten, den vollen Zugang zum schweizerischen Mood wieder zu finden, realisierten wir, dass wir uns wohl nie mehr ganz an den gestressen und durchorganisierten Alltag in der Schweiz gewöhnen werden. Darum haben wir uns natürlich extra toll auf die bevorstehenden 5 Wochen gefreut. Ein weiterer Grund ist, dass wir endlich unsere Freunde in L.A. wieder sehen werden. Unser Flug geht pünktlich am 25. Dezember von Zürich nach Paris und von dort nach L.A.

Für uns ist Los Angeles immer ein "nach Hause" kommen. Der Zöllner winkt uns mit einem breiten Lachen und einem "welcome back" durch und wir fragen uns warum nur alle so schlechte Geschichten über die US Immigration kennen. Innerhalb kurzer Zeit stehen wir mit unseren Rucksäcken beim Busstop für die Rental Car Linien. Weitere 30 min. später fahren wir auf der Interstate 405 Richtung Ovid. Es fühlt sich gut an. Saugut.

Wir kennen die Strassen und Häuser in der Gegend wo unsere Freunde wohnen wie die eigene Nachbarschaft. Und so kommt es uns vor, als dass es erst ein paar Wochen her ist seit wir das letzte mal hier waren. Wie immer parken wir den Wagen und gehen die paar Treppenstufen hoch zum Gartentor. Wie immer nimmt Mige auf dem Weg die Post aus dem Briefkasten. Wie immer erklingt ein Glockenspiel, wenn man das Gartentor öffnet. Und wie immer freut sich Ovid riesig über unser Besuch. Genau so wie wir uns. Da es der 25. ist, haben wir ein Christmas Dinner zu organisieren. Wir entscheiden was wir essen wollen und gehen einkaufen. Honey baked Ham, Kartoffelstock und griechischer Salat. Bald schon kommen die Leute. Nickey, Juan, John und Melissa. Es ist ein schönes Wiedersehen und ein toller Abend.

Am nächsten Tag geniessen wir die Sonne und das "Nichts-Tun". Am Abend empfangen wir nochmals Gäste, von denen wir nicht erwartet haben sie zu sehen. Die Familie, bei der wir in Alaska für eine Woche gewohnt haben, kommt spontan vorbei, da sie in der Stadt sind. Auch Babak gibt uns die Ehre und Nickey kocht für uns eine seiner berühmten Suppen. Was will man mehr.

Die paar Tage in L.A. vergehen schnell. Wir verbringen sie mit Kino (Django unchained – absolut empfehlenswert), shoppen, reden, kochen, Fastfood und im Garten sitzen. Wir bestaunen Ovid's Modelle, an denen er gerade arbeitet und backen Mailänderli. Und bald schon gehts ab nach Nicaragua. Zum Glück wissen wir, dass wir wieder nach L.A. zurück kommen werden. Sonst würde uns der Abschied noch schwerer fallen als er uns jetzt schon fällt.

Zur Galerie...

Happy New Year!

Hello to all of you!

Since two weeks we are back in Switzerland. The time seems to run faster here in Zurich. The last day of the year 2011 is already here and we think back to what had happend during the passed months. For us it was a incredible time! We saw so many beautiful things, met interesting people, found good friends and learned more about the world. We know now that nothing can be taken for granted, that most prejudices are disproved, that you can feel home everywhere and that sometimes less can be more.

We also think back to the people who positively influenced our journey. Thanks!

Thanks to the people in switzerland, who did the paperworks for us. But also to the ones who kept us up to date about switzerland by email or with calls.

Thanks to old or new friends who offered us shelter, a shower or food during the trip. Our doors will be always open for you.

And last but not least, thanks to all travelers we met! We had a great time and if your journey takes you once to Switzerland, you now our email ;-)

A happy new year to all of you and a good start into 2012, where ever you are right now.

 

Hallo Liebe Freunde, Verwandte und Travelers!

Wir sind jetzt schon zwei Wochen zurück in der Schweiz. Die Zeit scheint schneller zu laufen hier in Zürich. Schon ist der letzte Tag im Jahr 2011 gekommen und man lässt die vergangenen Monate revue passieren. Für uns eine unglaubliche Zeit. Wir durften so viel Schönes erleben, spannende Leute treffen, gute Freunde finden und die Welt kennenlernen. Wir konnten verinnerlichen dass nicht alles selbsverständlich ist, dass Vorurteile meistens wiederlegt werden, dass man sich überall zu Hause fühlen kann und dass weniger sehr oft mehr ist.

Natürlich fallen die Gedanken auch auf die Menschen, die unsere Reise auf irgend eine Weise positiv beeinflusst haben. Darum möchten wir an dieser Stelle Danke sagen.

Danke an die Menschen in der Schweiz, die durch ihren Einsatz im Administrativen unsere Reise überhaupt möglich gemacht haben. Aber auch an die, die durch Mails, Blogeinträge oder Telefonate uns mitteilten, was in der Schweiz gerade so läuft.

Danke an alte oder neugewonnene Freunde, die uns auf der Reise ein Dach über dem Kopf, eine Dusche oder Essen zur verfügung stellten. Es war eine super Zeit mit jedem Einzelnen von euch und wir wissen die Gastfreundschaft sehr zu schätzen. Unsere Tür wird für euch immer offen stehen.

Und last but not least: Danke an alle Reisenden die wir kennenlernen durften! Wir verbrachten tolle Momente mit euch und wir hoffen ganz fest, dass wir uns im 2012 wiedersehen werden. Und falls eure Reise euch in die Schweiz führen sollte, ein Mail genügt ;-)

Wir möchten allen ein gutes Neues Jahr wünschen und ein super Start ins 2012, wo auch immer ihr gerade seid!